Historische Aufnahmen

Mai 09, 2012 Von: Gregor Kategorie: Allgemein

John A. Gales vom BRE Centre of Fire Safety Engineering der Universität Edinburgh veröffentlichte in seinem Beitrag im Blog der Edinburgh Fire Research Group Quellverweise zu Aufnahmen der ersten organisierten Brandversuche am Ende des 19. und am Anfang des 20. Jahrhundert. Eine Zusammenfassung der Aktivitäten in dieser Epoche kann auch den Artikeln von Vytenis Babrauskas ([1], [2]) aus dem Jahr 1978 entnommen werden.

Literaturverweise

  1. V. Babrauskas, and R.B. Williamson, "The historical basis of fire resistance testing — Part I", Fire Technology, vol. 14, 1978, pp. 184-194.
  2. V. Babrauskas, and R.B. Williamson, "The historical basis of fire resistance testing — Part II", Fire Technology, vol. 14, 1978, pp. 304-316.

Wayfinding Online Survey – Teil II

Mai 06, 2012 Von: Gregor Kategorie: Allgemein

Die Fire Safety Engineering Group (FSEG) an der University of Greenwich untersucht das Verhalten von Personen bei der Wahl des Weges zu einem Ausgang eines Gebäudes in Abhängigkeit deren Kennzeichnung in Normal- und Notfallsituationen. Ziel der Studie ist es, das Verhalten von Menschen bei der Wahl des Weges besser verstehen und dadurch Gebäude noch sicherer planen und gestalten zu können. Der vor wenigen Tage erfolgte Aufruf zur Teilnahme an der Online-Befragung ist eine Fortsetzung der Forschungsarbeit aus dem Jahr 2010.

Die Forscher der Fire Safety Engineering Group (FSEG) freuen sich über jede Teilnehmerin und jeden Teilnehmer an ihrer Online-Befragung.

Massenpsychologie – Simulationsmodelle

April 22, 2012 Von: Gregor Kategorie: Allgemein


In seinem Buch “Massenpsychologie” beschreibt Thomas Brudermann die Einsatzmöglichkeiten von Agenten-basierten Simulationsmodellen bei der Erforschung von Massenphänomenen. Das Buch beinhaltet die Ergebnisse der im Jahr 2009 eingereichten Dissertation. Nach Aussage des Autors ist das Buch für alle lesenswert, die sich für die Themen kollektive Dynamiken, massenpsychologische Phänomene oder irrationale Verhaltensweisen interessieren, die in Wirtschaft und Gesellschaft häufig zu beobachten sind.

Die Beobachtung und Beschreibung von massenpsychologischen Phänomenen erfolgt nach Aussage von Brudermann auf der Makro-Ebene. Diese Vorgehensweise reicht nach seiner Ansicht nicht aus, um die Phänomene erklären zu können. Hierzu ist die Berücksichtigung des Umfeldes sowie die Interaktion und die Reaktion auf dieses Umfeld notwendig. Ziel der in diesem Buch vorgestellten Forschungsarbeit war es, die Möglichkeiten zur Erforschung von Dynamiken der Massenpsychologie mit Hilfe von Agenten-basierten Modellen zu ermitteln und darzustellen. Insbesondere wurde der Ablauf von Änderungsprozessen und den Randbedingungen erforscht. Die Rolle individueller Reizschwellen und des psychologischen Immunsystems, die Faktoren für eine Massenausbreitung und wann diese kippen wurden eingehend betrachtet.

Für alle, die im Feld der Entwicklung und Anwendung von Personenstromanalysen tätig sind, ist die Lektüre der Arbeit von Brudermann empfehlenswert. Das Buch bietet einen Einblick in die Betrachtungsweise eines anderen Fach- und Forschungsbereiches zum Thema “Massenpsychologie/ Massenphänomene“.

Off-Topic

April 11, 2012 Von: Boris Kategorie: Allgemein

In unregelmäßigen Abständen berichteten wir schon in der Vergangenheit immer mal wieder über Themen, die auch so gar nichts mit der Themenkomplex Brandschutz und Brandsimulation zu tun haben.

Jetzt ist es mal wieder so weit.

In einer aufwendigen CFD-Simulation haben Wissenschaftler des Massachusetts Institute of Technology und des Nasa Jet Propulsion Laboratory in Greenbelt (1 und 2) das komplexe System der Oberflächenströmung der Meere simuliert und die Ergebnisse in einem wunderschönen Video visualisiert.

Sehenswert!

Brandschutz invers

April 07, 2012 Von: Boris Kategorie: Allgemein

In dem Artikel “Teststadt für den Feuersturm” berichtet SPIEGEL ONLINE unter der Rubrik einestages über eines der wohl traurigsten Kapitel aus dem Bereich “Brandschutz”, wenn man denn die Arbeit der beteiligten Wissenschaftler noch so nennen will.

1943 ließ die US-Army an ihrem 1942 gegründeten militärischen Forschungsstandort Dugway, im Bundesstaat Utah, Gebäude in deutscher und japanischer Bauweise nachbauen, um an den jeweils landestypisch konstruierten und erstellten Siedlungen Techniken zur Entfachung eines Feuersturms zu entwickeln.

Mit dem Ziel, die feindliche Industrie zu schwächen und den Gehorsam der Zivilbevölkerung gegenüber dem Führer zu schwächen, hatten alliierte Streitkräfte seit ca. 1941 mit Flächenbombardements auf Großstädte Nazi-Deutschlands begonnen. Der erwünschte Erfolg stellte sich zuerst jedoch nicht ein.

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DIN SPEC 91284 veröffentlicht

April 04, 2012 Von: Gregor Kategorie: Allgemein

Anfang April erschien die von Dr. Hubert Klüpfel (TraffGo HT GmbH, Duisburg), Dr. Rainer Könnecke (IST GmbH, Frankfurt), Christian Rogsch (CAD-Zeichenbüro Rogsch, Neustadt), Andreas Winkens (Bergische Universität Wuppertal) und unter Mitarbeit des RiMEA e. V. verfasste DIN SPEC 91284. Die nach dem PAS-Verfahren verfasste DIN-Spezifikation legt die Methodik für die Erstellung einer simulationsgestützten Entfluchtungsanalyse fest.

In Ergänzung zur konsensbasierten Normung, wie zum Beispiel die derzeit in Bearbeitung befindliche DIN 18230-4, wird der Erarbeitungsprozess von Spezifikationen als Standardisierung bezeichnet. Die Spezifikation wird dabei nicht zwingend unter Einbeziehung aller interessierten Kreise erarbeitet. Eine DIN SPEC nach dem PAS-Verfahren ist gemäß Beschreibung des DIN eine öffentlich verfügbare Spezifikation (PAS, Publicly Available Specification), die Produkte, Systeme oder Dienstleistungen beschreibt, indem sie Merkmale definiert und Anforderungen festlegt. DIN SPEC (PAS) werden durch temporär zusammengestellte Gremien unter Beratung des DIN erarbeitet. Insbesondere in Gebieten mit hohem Innovationsgrad soll diese Form des Standardisierungsprozesses den Wissens- und Technologietransfer fördern und beschleunigen.

Man darf gespannt sein, welche Resonanz die mit der DIN SPEC 91284 veröffentlichten Methodik für die Erstellung einer simulationsgestützten Entfluchtungsanalyse in der Fachwelt findet. Stellt doch die DIN-Spezifikation inhaltlich einen Auszug aus der aktuellen Richtlinie für Mikroskopische Entfluchtungs-Analysen (RiMEA) dar. Die DIN-Spezifikation ist eine redaktionell überarbeitete Fassung der erstmals im Jahr 2004 veröffentlichen Richtlinie. Im Vergleich zur Richtlinie enthält die Spezifikation nur Definitionen und keine konkreten Anhalts- und Richtwerte. Im Jahr 2015 wird gemäß dem PAS-Verfahren vom Bereich Innovation des DIN eine Überprüfung der DIN SPEC ausgelöst. Unter Berücksichtigung der eingegangenen Kommentare kann die Spezifikation überarbeitet, zurückgezogen oder beibehalten werden. In Abhängigkeit der Resonanz kann dann auch ein Normungsantrag für das Thema gestellt werden.

fire safety engineering – Umsetzung in Schweden

April 03, 2012 Von: Gregor Kategorie: Allgemein

Unter dem Titel “FSE in Europe is progressing” berichtete Michael Strömgren aus Schweden in seinem Blog fire safety engineering über den Stand der Einführung von Brandschutzingenieurmethoden in das Baurecht. Aus seiner Sicht ist der Einsatz einer Systematik zur Behandlung brandschutztechnischer Fragestellungen in der Entwurfs- und Genehmigungsphase (Performance based Design – PBD) vor allem in Großbritannien (seit 1989) und Schweden (seit 1995) bereits Standard. Dänemark und Norwegen befinden sich nach seiner Meinung auf einem guten Weg.

Im Rahmen der neunten internationalen Konferenz zum Thema “Performance-Based Codes and Fire Safety Design Methods” vom 20. bis 22. Juni 2012 in Hongkong stellt Michael Strömgen den schwedischen Weg vor (New Swedish Building Regulations and a Framework for FSE). Die Konferenz wird von der Society of Fire Protection Engineers (SFPE) ausgerichtet.

Die Kunst des klaren Denkens

April 02, 2012 Von: Gregor Kategorie: Allgemein


Der promovierte Betriebswirt Rolf Dobelli veröffentlichte im Herbst 2011 ein kleines, 220 Seiten starkes Büchlein Die Kunst des klaren Denkens, in dem er 52 bekannte und weniger bekannte Denkfehler und -fallen vorstellte. Das Buch ist eine Zusammenfassung seiner zwischen September 2010 und August 2011 erschienen Kolumne in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung und in der Schweizer SonntagsZeitung.

Die einzelnen Kapitel eignen sich aufgrund Ihrer Kürze als Kolumne sehr gut als kleine Gute-Nacht-Lektüre. Dem interessierten Leser bietet darüber hinaus der Anhang eine Reihe von Literaturquellen, die der Autor für seine Arbeit heranzog.

An der ein oder anderen Stelle bleibt es nicht aus, dass man über sich und seine Denkfehler schmunzeln muss. Diesen Genuss darf man einfach nicht verpassen.

Rauchmelderpflicht – typisch deutsch?

März 26, 2012 Von: Gregor Kategorie: Allgemein

Seit dem Jahr 2000 wirbt das Forum Brandrauchprävention, ein Zusammenschluss verschiedener Verbände und Hersteller von Rauchmeldern, mit dem Slogan “Rauchmelder rettet Leben“.

Ausgelöst durch Schadensereignisse in der nahen Vergangenheit sollte so noch vor Ostern 2012 im bevölkerungsreichsten Bundesland eine “Rauchmelderpflicht” in der Landesbauordnung von Nordrhein-Westfalen verankert werden. Vor wenigen Tagen verabschiedete der Niedersächsische Landtag als siebtes Landesparlament eine entsprechende Änderung der Landesbauordnung. Die Entscheidung wurde in Fachkreisen (Beispiel [1], [2]) als längst überfällig begrüßt.

Ulrich Bogdahn, Chef der Berufsfeuerwehr Essen und Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft der Leiter der Berufsfeuerwehren in NRW (AGBF NRW) sagte im Zusammenhang mit der Gesetzesinitiative in Nordrhein-Westfalen: “Auch aus dem Ausland, wo in vielen Ländern schon sehr lange eine gesetzliche Rauchwarnmelderpflicht besteht, ist bekannt: Eine Ausstattungsquote von etwa 80 % halbiert die Opferzahlen. Wer Menschenleben effektiv schützen will, kann eine Rauchwarnmelderpflicht in NRW nicht ablehnen.

Ohne die Vorteile von Rauchmeldern in Abrede zu stellen, sei die Frage gestattet, ob eine gesetzliche Regelung das Bewusstsein der Menschen für eine frühzeitige Branderkennung und -meldung wirklich zum Positiven verändern kann. Vielleicht wäre ein Blick über den eigenen (Brandschutz-)Tellerrand von Zeit zu Zeit hilfreich…
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Nachhaltigkeit und Brandschutz

März 25, 2012 Von: Gregor Kategorie: Allgemein

Das stetige Anwachsen der Weltbevölkerung hat nicht nur zur Folge, dass der Bedarf an Wohnraum und die Infrastruktur, insbesondere von Transportsystemen wächst, sondern führt auch zur Entwicklung von nachhaltigen und energieeffizienten Gebäuden, Infrastrukturen und Transportsystemen, um die damit verbundenen Umwelt-, Energie- und Ressourcenprobleme zu lösen. Im Zuge dieses Prozesses werden neue und nachhaltige Produkte entwickelt und eingesetzt.

Das internationale FORUM of FIRE Research Directors, ein Zusammenschluss von Leitern von internationalen staatlichen Forschungseinrichtungen auf dem Gebiet des Brandschutzes, gibt in seinem zu Beginn des Jahres veröffentlichten Positionspapier [1] zu bedenken, dass die öffentliche Sicherheit und der Schutz von Eigentum nicht bei der Verbesserung der Nachhaltigkeit und Energieeffizienz leiden darf. Die Berücksichtigung von Fragen des Brandschutzes sollte nach Ansicht der Mitglieder des FORUM of FIRE unverzichtbarer Bestandteil bei der Entwicklung von neuen nachhaltigen Produkten und Technologien sein. Dies bedingt, so die Mitglieder des FORUM of FIRE, ein umfangreiches internationales Brandschutzforschungsprogramm, dass die Entwicklung von nachhaltigen Stoffen begleitet und seinen Beitrag im Sinne der Sicherheit bei der Entwicklung von nachhaltigen Stoffen und der Minimierung des CO-Fußabdruckes leistet.

LCT One
Ein Projekt auf diesem Weg wächst zur Zeit in Dornbirn, Österreich, sprichwörtlich in die Höhe. Der LifeCycle Tower ist ein Projekt von Cree GmbH, ein Unternehmen der Rhomberg-Gruppe. Mit dem LifeCycle Tower möchte Cree GmbH Holz als Baumaterial in moderne Städte bringen. Der in Dornbirn in den Himmel wachsende LCT One wird ein nach den Prinzipien höchster Ressourcen- und Energieeffizienz geplantes Gebäude in einem bisher einzigartigem Holz-Hybrid-Bausystem. Langfristig ist das Ziel mit diesem Holz-Hybrid-Bausystem, Gebäude mit 30 Stockwerken und bis zu 100 Meter Höhe zu errichten. Bereits in der Entwicklungsphase wurden die brandschutztechnischen Belange betrachtet und berücksichtigt. Der LCT One stellt sicherlich einen weiteren Meilenstein in der bisherigen Holzbauforschung (Beispiel: Machbarkeitsstudie eines Holzbaus in der Gebäudeklasse 5) dar.

Literaturverweise

  1. U. Krause, W. Grosshandler, and L. Gritzo, "The International FORUM of Fire Research Directors: A position paper on sustainability and fire safety", Fire Safety Journal, vol. 49, 2012, pp. 79-81.