Fire Safety for Very Tall Buildings

Gebäude, deren Fußboden des obersten Geschosses mit Aufenthaltsräumen mehr als 22 m über der gemittelten Geländeoberfläche liegt, werden als „Hochhaus“ definiert. Liegt das oberste Geschoss mehr als 60 m über der Geländeoberfläche, werden in der Muster-Hochhaus-Richtlinie (MHHR) besondere Anforderungen gestellt.

Die ARD-Themenwoche vom 7. bis 13. November 2021 widmete sich der Frage „Wie wollen wir wo wohnen, arbeiten und leben?„. In der Europäischen Union weist Deutschland die fünfthöchste Bevölkerungsdichte auf. Berechnungen von Mieter- und Branchenverbänden zeigen, dass 630.000 Wohnungen fehlen. Immer mehr Menschen ziehen in Ballungsräume und Großstädte. München mit 4.777 Einwohnern pro Quadratkilometer, Frankfurt am Main mit 3.074 Einwohnern pro Quadratkilometern und Berlin mit 4.118 Einwohnern pro Quadratkilometer sind nur beispielhafte Zahlen. Der Bedarf an Wohnfläche nimmt stetig zu.

Bauwerke stehen in Wechselwirkung zu benachbarten Gebäuden sowie seinen Nutzern und Passanten. Sie gestalten den öffentlichen Raum und sind ein Teil der kulturellen Entwicklung der Gesellschaft und deren Abbild. Durch eine gezielte Planung und Steuerung der Bebauung wollen insbesondere Großstädte attraktive Lebensräume für Menschen und Flora und Fauna schaffen, erhalten und nachhaltig gestalten. Dem „Wildwuchs“ von Hochhäusern möchten Städte wie Frankfurt und Berlin mit Hochhausrahmenplänen begegnen und damit Investoren und Bauherren eine Orientierung bieten.

Mit dem FOUR 1, FOUR 2 und ONE in Frankfurt, dem Elbtower in Hamburg und dem Estrel Tower in Berlin befinden sich derzeit fünf hohe Gebäude mit einer Höhe von mehr als 150 m im Bau. Weitere Projekte sind in der Planung.

Council on Tall Buildings and Urban Habitat

Der Rat für hohe Gebäude und städtischen Lebensraum (Council on Ball Buildings and Urban Habitat – CTBUH), ein Büro des Illinois Institute of Technology in Chicago, befasst sich mit der Bewertung von hohen Häusern und stellt hierfür Kriterien auf. Ein hohes Gebäudes (tall building) ist ein Gebäude mit einer Höhe von bis zu 300 m, ein superhohes Gebäude (supertall building) mit einer Höhe zwischen 300 m und 600 m. Gebäude mit einer Höhe von mehr als 600 m werden als megahohes Gebäude (megatall building) bezeichnet.

Die Definition des CTBUH beschränkt sich hierbei nicht allein auf die Höhe, sondern auch auf die relative Einordnung in die Umgebung, auf die Proportion und den Grad der Technisierung. Diese weiteren Bewertungskriterien zeigen, dass unterschiedliche Sichtweisen bei der Planung, beim Bau und Betrieb von Gebäuden ab 22 m aufeinandertreffen.

Herausforderungen in der Planung und dem Betrieb

Hohe Gebäude stellen besondere Anforderungen an die Planung und den Betrieb. Die Nutzung natürlicher Ressourcen und die Konkurrenz um knapper werdende Ressourcen wie Rohstoffe, Boden oder Frischwasser nehmen stetig zu. Ein nachhaltiger Umgang in Fragen der Material-, Energie- und Wassernutzung sind mit Fragen zur Sicherheit der Nutzer elementare Themen in der Planung.

Brände können beispielsweise auch eine Folge von Primärereignissen wie Erdbeben, Überschwemmungen, Tsunamis, Hurrikans, Tornados, Wirbelstürmen und anderen natürlichen oder vom Menschen verursachten Ereignissen sein. Diese können ein oder mehrere Merkmale oder Systeme der Konstruktion, der Fluchtwege oder der Brandschutzsysteme des Gebäudes gefährden.

Engineering Guide „Fire Safety for Very Tall Buildings“

Im Jahr 2013 veröffentlichte die Society of Fire Protection Engineers (SFPE) und das International Code Council (ICC) einen Leitfaden zum Brandschutz von hohen Gebäuden. Seit dieser Veröffentlichung haben sich die Forschung und die praktischen Erfahrungen im Zusammenhang mit der Planung und dem Bau von hohen Gebäuden weiterentwickelt. Die SFPE Arbeitsgruppe (Task Group) Fire Safety for Very Tall Buildings begleitete die Fortschritte und aktualisierte nun den Leitfaden.

Dieser Leitfaden ist nicht als Ersatz für die in den jeweiligen Ländern geltenden Bau- und Brandschutzvorschriften gedacht, sondern vielmehr als Ergänzung zu diesen Vorschriften und als zusätzliches Hilfsmittel für all diejenigen, die an der Planung, Überprüfung, Konstruktion, Inspektion und Inbetriebnahme von neuen oder bestehenden sehr hohen Gebäuden beteiligt sind.

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